Am 17. März berichtete das Luxemburger Wort über die Problematik falsch entsorgter Abfälle im Abwasser – im Rahmen der Kampagne „Wat leeft?“, direkt von der Kläranlage des SIACH in Petingen.

Was im Alltag praktisch erscheint, kann langfristig erhebliche Kosten verursachen. Immer wieder werden Feuchttücher, Medikamente oder andere Hygieneartikel über die Toilette entsorgt – mit spürbaren Folgen für die Abwasserinfrastruktur und letztlich für alle Bürgerinnen und Bürger.
Darauf macht Danièle Mousel, Umweltigenieurin beim SIACH (Syndicat Intercommunal pour l’Assainissement du bassin de la Chiers) und Mitglied der Arbeitsgruppe der “OfWaasser”‑Kampagne, aufmerksam. „Wir stellen immer wieder fest, dass die Toilette als Abfalleimer genutzt wird – mit gravierenden Auswirkungen auf unsere Anlagen“, erklärt Danièle.
Feuchttücher als besonderes Problem
Insbesondere Feuchttücher bereiten große Schwierigkeiten. Sie lösen sich im Wasser nicht auf und verfangen sich in Leitungen und Pumpwerken. Dort bilden sie feste Ansammlungen, die zu Verstopfungen, Störungen oder sogar zu technischen Defekten führen können.
Hoher technischer und finanzieller Aufwand
Die Beseitigung solcher Störungen ist aufwendig: Pumpen müssen gereinigt oder ersetzt, Leitungen gespült und Anlagen teilweise außer Betrieb genommen werden. „Diese Einsätze sind zeitintensiv und mit hohen Kosten verbunden“, betont Daniele Mousel. Langfristig wirkt sich dies auf den Betrieb der Abwasserinfrastruktur und damit auf die Allgemeinheit aus.
Auch Medikamente gehören nicht in die Toilette. Ihre Wirkstoffe können in Kläranlagen häufig nicht vollständig entfernt werden und gelangen so in die Umwelt. „Das belastet unsere Gewässer und erhöht gleichzeitig den technischen Aufwand der Abwasserreinigung“, so Danièle weiter.
Kosten treffen am Ende alle
Die Schäden, die durch falsche Entsorgung entstehen, müssen finanziert werden – über Wartungsarbeiten, Reparaturen und Investitionen in die Infrastruktur.
„Was im privaten Haushalt als Kleinigkeit erscheint, hat im Gesamtsystem große Auswirkungen“, erklärt sie. Die entstehenden Kosten betreffen letztlich alle Nutzerinnen und Nutzer des Abwassernetzes.
Klare Botschaft der Kampagne
Im Rahmen der Kampagne wird daher eine klare Botschaft vermittelt: In die Toilette gehören ausschließlich menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier.
Sensibilisierung als Schlüssel
„Unser Ziel ist es, durch Information und Aufklärung Schäden zu vermeiden, bevor sie entstehen“, erklärt Danièle. Jede korrekt entsorgte Abfallmenge trägt dazu bei, die Abwasseranlagen zu schützen und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Die Kampagne appelliert daher an die Bevölkerung:
Die Toilette ist kein Abfalleimer – verantwortungsvolles Verhalten schützt Umwelt, Infrastruktur und den eigenen Geldbeutel.
Den ganzen Artikel im Luxemburger Wort (veröffentlicht am 17. März) finden Sie hier:
https://www.wort.lu/luxemburg/stadaland/feuchttuecher-und-medikamente-das-klo-hinunterzuspuelen-kostet-sie-richtig-geld/142214316.html
