Schlammbehandlung

Bei der Schlammbehandlung werden die anfallenden Klärschlämme stabilisiert, entwässert und verwertet.

Die Schlammbehandlung ist ein zentraler Bestandteil von Kläranlagen. Während des Reinigungsprozesses fällt Klärschlamm an, der unter anderem organische Stoffe, Schwermetalle, den durch chemische Fällung gebundenen Phosphor, Mikroplastik, bestimmte Mikroschadstoffe sowie Mikroorganismen enthält. In der Vorklärung wird der Primärschlamm abgezogen, während in der biologischen Stufe Überschuss- bzw. Sekundärschlamm anfällt.

In der Regel erfolgt zunächst eine Eindickung des Schlamms, um den Wassergehalt zu reduzieren und das Volumen zu verringern. Anschließend wird der Schlamm stabilisiert, um biologische Abbauprozesse zu unterbinden, Gerüche zu minimieren und hygienische Anforderungen zu erfüllen. Bei größeren biologischen Kläranlagen geschieht dies in sogenannten Faultürmen, die häufig eine eiförmige Bauweise aufweisen. In diesen Faultürmen erfolgt die Schlammfaulung unter anaeroben Bedingungen bei etwa 37 °C. In der Faulung wird Faulgas (Methan) gewonnen welches energetisch verwertet werden kann, zum Beispiel in Blockheizkraftwerken und so zur Produktion von Wärme und Strom beiträgt.

Der ausgefaulte Schlamm wird anschließend entwässert, wodurch sein Volumen weiter deutlich reduziert wird. Je nach Verfahren und Schlammqualität kann der entwässerte Schlamm energetisch verwertet, kompostiert oder anderweitig entsorgt werden. Die landwirtschaftliche Verwertung nimmt aufgrund der Belastung des Klärschlamms mit Schadstoffen kontinuierlich ab. Die thermische Verwertung erfolgt entweder in Monoverbrennungsanlagen, in denen ausschließlich Klärschlamm verbrannt wird, oder in Mitverbrennungsanlagen, in denen zusätzlich andere Stoffe, wie etwa Hausmüll, eingesetzt werden. In Luxemburg existiert derzeit noch keine Monoverbrennungsanlage; eine nationale Klärschlammstrategie befindet sich jedoch aktuell in der Umsetzung.

Das in der Schlammbehandlung anfallende Prozesswasser wird wieder der Kläranlage zugeführt. Der Klärschlamm enthält auch den durch die chemische Reinigung ausgetragenen Phosphor. Es existieren technische Möglichkeiten den Phosphor aus dem Klärschlamm oder der Klärschlammasche zurückzugewinnen. Diese werden stetig weiterentwickelt, um angesichts der knappen Verfügbarkeit von Phosphor zukünftig gut aufgestellt zu sein.

Entdecken Sie die anderen Infrastrukturen

Kanalisation

Die Kanalisation leitet Abwasser ab. Dazu gehören Abwässer aus Haushalten und Unternehmen sowie Regenwasser von undurchlässigen Flächen. In einem Mischsystem werden beide zur Kläranlage transportiert, während in einem Trennsystem nur…

Entlastungsbauwerke

Entlastungsbauwerke im Mischsystem leiten überschüssiges, stark verdünntes Abwasser bei starkem Regen gezielt in den Bach ab, um die Kanalisation zu entlasten und die Kläranlage zu schützen.

Pumpwerke

Pumpwerke heben Abwasser auf höhere Ebenen, damit es auch in flachen oder schwierigen Geländeabschnitten weiterfließen kann.

Regenrückhaltebecken

Regenrückhaltebecken im Trennsystem speichern überschüssiges Regenwasser vorübergehend und regulieren den Zufluss ins Gewässer / Regenwasserkanal.

Kläranlagen

Kläranlagen reinigen das Abwasser in mechanischen, biologischen und chemischen Reinigungsstufen, bevor es in ein Gewässer eingeleitet wird.

Vierte Reinigungsstufe

Die vierte Reinigungsstufe reinigt das Wasser zusätzlich und entfernt Mikroverunreinigungen, Keime oder andere Schadstoffe.

Analyselabore

Analyselabore überwachen die Qualität von Wasser und Schlamm in den Prozessstufen der Kläranlage.

Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und erfüllen Funktionen wie das Wiedererkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, sowie die Unterstützung unseres Teams dabei, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.