Wenn Zusammenarbeit Grenzen überschreitet: die Kläranlage Eisch-Amont

Jeden Tag überqueren Tausende von Grenzgänger:innen die Grenze zwischen Luxemburg und Belgien, um zur Arbeit zu gelangen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern geht jedoch weit über die Mobilität hinaus: Sie spielt auch eine entscheidende Rolle beim Schutz der Umwelt und unserer Wasserressourcen.
Wussten Sie, dass das Abwasser mehrerer luxemburgischer Gemeinden in Belgien geklärt wird? Die Kläranlage Eisch-Amont in der Nähe von Steinfort in Belgien ist ein hervorragendes Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Das 2021 in Betrieb genommene Projekt ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen SIDERO, IDELUX Eau und SPGE (Société publique de Gestion de l’Eau). Dieses Projekt wurde maßgeblich durch das europäische Programm „Interreg Großregion“ unterstützt, das die Umsetzung mit über 6,5 Millionen Euro kofinanzierte – bei einer Gesamtinvestition von 17,6 Millionen Euro.
Eine Kläranlage, die ein grenzüberschreitendes Einzugsgebiet bedient
Die Kläranlage ist für die Behandlung von Abwasser von 15.600 Einwohnergleichwerten ausgelegt und bedient die luxemburgischen Orte Hagen, Kahler, Kleinbettingen, Steinfort, Grass, Fingig und Küntzig. Auf belgischer Seite sind Sterpenich und Rosenberg bereits angeschlossen, während der Anschluss für Sélange derzeit im Bau ist. Die Anschlusspläne sehen auch die Einbindung der Dörfer Barnich und Autelbas vor. Der Sammelkanal und das Regenüberlaufbecken für Barnich und Autelbas wurden rezent von den belgischen und luxemburgischen Behörden genehmigt.
Das Abwasser wird über ein grenzüberschreitendes Kanalisationsnetz zur Kläranlage geleitet, dort im Belebtschlammverfahren gereinigt und anschließend unter Einhaltung der Umweltvorschriften in die Eisch eingeleitet.
Zusammenarbeit zum Wohle der Umwelt
Die Kläranlage trägt dazu bei, die Wasserqualität der Eisch – und weiter flussabwärts auch die der Mosel – nachhaltig zu verbessern. Durch die Zentralisierung der Abwasserbehandlung in einer modernen, leistungsstarken Anlage optimieren die belgischen und luxemburgischen Partner den Einsatz technischer Ressourcen und verbessern gleichzeitig den Schutz des aquatischen Lebensraums.
Dieses Projekt verdeutlicht eindrucksvoll, dass Flüsse keine Verwaltungsgrenzen kennen. Ihr Schutz hängt von einer gemeinsamen Vision für die Region und einer engen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren ab.
Die Kläranlage der oberen Eisch (Eisch’A) ist daher ein konkretes Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Interesse einer nachhaltigen Wasserwirtschaft und des Schutzes unserer Umwelt.

